Europa in Bremen

Europäische Seniorenpolitik

 

Seit Beginn der 80iger Jahre rückt die Rolle und Integration älterer Menschen immer mehr in den Fokus europäischer Politik. Der demographische Wandel mit all seinen gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen verstärkt die Bedeutung von Seniorenpolitik auf europäischer Ebene.

Kernpunkte Seniorenpolitik der EU - Demographischer Wandel- Solidarität zwischen den Generationen- Lebensbedingungen im Alter 

Für die Politik der europäischen Institutionen (Kommission, Rat und Parlament) sind dabei verschiedene Herausforderungen zu bewältigen, z.B. die wirtschaftlichen Auswirkungen einer alternden Bevölkerung sowie die finanziellen Auswirkungen, da die Zahl der Rentenempfänger steigt.

Die verschiedenen Interessen der Menschen auszubalancieren und dabei eine generationenübergreifende Solidarität zu gewährleisten sind die Ziele der Arbeit auf europäischer Ebene.

 

Grundsätzlich gilt bei dem gesamten Prozess zur Gestaltung einer Gesellschaft, die „Aktives Altern“ und Generationensolidarität ermöglicht, das Prinzip der Subsidiarität. Dieses Prinzip besagt, dass zuerst die Nationalstaaten die Initiative ergreifen, bevor die EU per Gesetz Regelungen festlegt.

 

 

 

Schwerpunktsetzung: Europäische Jahre 1993 und 2012

 

Bereits 1993 war Älterwerden das Thema eines Europäischen Jahres. Das „Europäische Jahr der älteren Menschen und der Solidargemeinschaft der Generationen“ konzentrierte sich auf die soziale Dimension der Europäischen Gemeinschaft und hatte zum Ziel, die Gesellschaft für Fragen im Zusammenhang mit dem Altern 

zu sensibilisieren. 

 

An diese Ansätze knüpfen die Veranstaltungen zum „Europäischen Jahr“ 2012 an. Die Idee der Solidarität zwischen den Generationen sowie der sozialen und arbeitspolitischen Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Zusammenleben stehen dabei im Mittelpunkt. 

Zahlen & Fakten è 70 Millionen BürgerInnen in der EU sind 60 Jahre oder älter, was einem Anteil von 17.4 % an der EU- Gesamtbevölkerung entspricht.è 33% der Gesamtbevölkerung sind älter als 50 Jahre, ca. 20% der erwerbstätigen Menschen in der EU rekrutieren sich aus dieser Altersgruppe.è Im Jahr 2020 werden voraussichtlich etwa 20 Millionen Menschen innerhalb der EU älter als 80 Jahre sein, das entspricht einem Anstieg von 300% seit 1960. (Quelle: Eurostat)

 

 

Demografischer Wandel

Deutlich wird, wie sehr die europäische Gesellschaft zukünftig von älteren Mitmenschen geprägt und beeinflusst sein wird. 

 

Die Einbindung und Integration älterer Menschen in alle Bereiche des sozialen Zusammenlebens gilt es sicherzustellen und voranzutreiben.

 

 

 

Ältere in der Gesellschaft – Verantwortung und Mitwirkung

 

Wo sollen ältere Menschen aktiv bleiben? 1. Familie (82%) 2. Politik (71%) 3. Gemeinden (70%) 4. Wirtschaft (67%).

Eine breite Mehrheit der Europäer wünscht sich für ältere Menschen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. So können sie einen wichtigen Beitrag in der Familie (meinen 82% der Befragten aller Altersgruppen), der Politik (71%) sowie in den Gemeinden vor Ort (70%) und der Wirtschaft (67%) leisten. 

Viele Menschen der älteren Generation übernehmen Verantwortung für ihre Mitmenschen. Von den über 50-jährigen gehen 27% einer sozialen Aktivität bzw. freiwilligen Tätigkeit nach. Der durchschnittliche Zeitaufwand umfasst dabei 14 Stunden im Monat. 15% der über 55-jährigen pflegen ein Familienmitglied, 42 % der Menschen dieser Altersgruppe haben diese Aufgabe in der Vergangenheit bereits übernommen.

 

 

 

Länger beschäftigt bleiben – zwischen Arbeitswelt und Rente

 

Mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben geht viel mehr einher als nur der Wandel der alltäglichen, persönlichen Abläufe. Dieser Eintritt in eine neue Lebensphase war ebenfalls Gegenstand der Untersuchung:

- 61% der befragten europäischen BürgerInnen spricht sich dafür aus, dass nach dem Eintritt in das offizielle Rentenalter die Möglichkeit weiterzuarbeiten gegeben sein sollte.

 

- 53% lehnen eine „Zwangspensionierung“ ab. 

 

- 33% behaupten von sich selbst, nach Erreichen des Renteneintrittsalters gerne weiterarbeiten zu wollen.

 

Wann man alt ist, daran scheiden sich die Geister. Zweifelsohne gilt, dass die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden eine der wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ist.

 

 

 

Einen europäischen Raum für lebenslanges Lernen

Sie wollen sich auch im Ruhestand noch weiterbilden? Sie sind an europäischer Geschichte interessiert? Sie wollen flexibel arbeiten und dabei neue Medien wie das Internet nutzen? Dann bietet die von der europäischen Kommission unterstützte Europäische Senioren Online Akademie interessante und informative Angebote.

Die anspruchsvolle Weiterbildung setzt sich aus einer Reihe vielfältiger Seminarangebote rund ums Thema Europa zusammen, die von Expertenvorträgen zur Europapolitik bis zu Anleitungen zur Nutzung des Internets reichen. Diese werden von einer umfangreichen Vor- und Nachbereitung eingerahmt, welche online auf der Lernplattform der Senioren Akademie angeboten werden. In Diskussionsforen können dann Erfahrungen und Erlerntes mit anderen TeilnehmerInnen ausgetauscht werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Aufbereitung der Geschichte Europas gelegt, für die der Erfahrungsschatz engagierter Senioren unabdingbar ist. Die Europäische Senioren Online Akademie ist darüber hinaus um einen regen Bildungsaustausch mit Erwerbstätigen und Studierenden bemüht.